I remember, you were dancing

ich bin so
es gibt keine worte dafuer
muedigkeit liegt schwer auf meinen lidern
liegt auf meinen schultern
wieso liegen muedigkeit und enttaeuschung so nah beieinander
und weshalb wissen und wuenschen so weit auseinander?

als ob man es muede waere
zu hoffen
und dabei wird doch gesagt
es sei die hoffnung
die einen am leben erhaelt

i’m inbedded in the tones of a guitar
eingebettet in die klaenge einer gitarre
liege ich

und wenn es einfach auf einmal eine enttaeuschung zu viel war?
ohne es zu wissen, weisst du
vielleicht hat tatsaechlich alles seine grenzen
wie die geduld
und die kraft
und der glaube

vielleicht die liebe nicht, vielleicht hat sie keine grenzen
vielleicht ist das die schlussfolgerung
grenzenlos
grenzenlos
das wort ist nicht vorstellbar
wie eine haessliche krankheit oder ein
schwarzer tintenfleck breitet es sich aus
immer weiter und weiter
bis man muede wird
es zu betrachten
und deshalb kommt es nie ueber eine bestimmte groesse hinaus
so gross wie meine handflaeche etwa
oder dein kopf

vielleicht sollte man einfach nicht verlangen, dass es weitergeht
meinst du das?
maybe. maybe there’s an end for everything and
i didn’t understand that
it already knocked on my door…

wenn man einmal etwas wundervolles erlebt hat
etwas so wundervolles
wieso darf man sich nicht wuenschen, dass es wiederkommt
dass es weitergeht
dass es gar nicht erst verschwindet

wieso muss es zwangslaeufig kaputtgehen und ich frage mich was
ich ueberhaupt von dir will
ich sollte mich das nicht fragen muessen, es sollte reichen dass
ich das gefuehl habe
mit dir zusammensein zu wollen
mit dir gluecklich sein zu koennen
aber es reicht nicht.
es reicht dir nicht.

all the way home I'll be warm

Die grauen Wolken und die Kälte. Ein unfreundlicher Windstoß. Brr. Keine Schokolade der Welt kann das Flair eines sonnigen Sommertages wettmachen. Und obwohl ich noch nicht mal behaupten würde, ein absolutes Sommerkind zu sein, zerrt diese Farblosigkeit doch an meinen Nerven. Selbst die Dunkelheit ist nicht dieselbe.

Manchmal passiert alles so schnell, dass es verschwimmt, und man ist mittendrin und fragt sich für einen kurzen Moment, was man da eigentlich gerade macht. Ganz kurz ist der Moment, ganz kurz versucht man, die Zeit anzuhalten; doch es reißt einen weiter, reißt einen mit, und du hast keine Zeit um nachzudenken, verschwimmst selbst, und das ist gut so.

Ist einfach richtig.

frapper nos yeux

Wir sind viel zu spät, schießt es mir durch den Kopf; aus dem Saal dringt bereits gedämpfter Gesang. Kerstin schreckt vor der Türklinke zurück, ein zögernder Blick trifft mich. Aber wir müssen, wir müssen da rein, jetzt sofort jetzt oder nie je länger wir warten desto mehr Überwindungskraft werden wir brauchen also oder vielleicht sollten wir doch besser…
– „Jetzt mach schon auf!“, dränge ich und spüre Nervosität an mir empor kriechen, spüre, wie mein ganzer Körper sich anspannt; bereit zum Sprung. Oder zur Flucht.
Wie albern, Kerstin öffnet und wir schlüpfen schnell hinein; aufatmend drücke ich die Tür behutsam wieder hinter mir ins Schloss
– da – steht sie –
neben der Tür und sie schaut mich an und ich
– lächle ich? –
ich stolpere zu meinem Platz,
stolpere über eine abgestellte Wasserflasche und sie fliegt mit Schwung unter einen der Tische, aber ich kann nicht zurück, nicht jetzt, ich muss zu meinem Platz, ich muss.
Ich drehe mich zu ihr um, und alles was ich denken kann ist,
Oh Gott, das war ihre Flasche. Jetzt muss sie mich für eine vollkommene Idiotin halten.
Eine arrogante Idiotin, die sich zu gut dafür ist, die Flasche zurückzustellen und sich zu entschuldigen. Super.

Aber da war dieser Moment, in dem ich ganz nah an ihr vorbei aus der Tür ging. Ich spürte ihren musternden Blick auf meinem Kleid, meinem Körper ruhen, und irgendetwas war in diesem Blick. Irgendetwas Undefinierbares. (Wenn man neben jemandem steht und das Gefühl hat, es liegt eine Spannung in der Luft, eine Form von Elektrizität, die noch keinen Weg in die Physikbücher gefunden hat, was ist das dann?) Eine Art Wärme, ohne wirklich warm zu sein; das Gefühl, ein Spannungsfeld verlassen zu haben, sobald man an ihr vorbeigegangen ist.
Und woher weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin, die diese Spannung gespürt hat. Woher soll ich das wissen.

don't believe in pain

Er saß auf dem Fußboden und starrte die Wand an.

Längst hatten die Kacheln jegliche Wärme, die sie den Tag über vom einfallenden Sonnenlicht anvertraut bekommen hatten, verloren; doch ihm war das egal. Ebenso egal wie die Tatsache, dass die Wand vor ihm in der hereinbrechenden Dämmerung mehr und mehr mit der Dunkelheit verschmolz.
Die Knie angezogen, mit den Armen umschlungen, den Rücken gekrümmt; so saß er schon seit einer geraumen Weile in der Küche und rührte sich nicht.

‚Spürt er die Schmerzen in seinem Rücken denn nicht?’, fragten sich die Vorhänge; nutzlos zu beiden Seiten des Fensters herabbaumelnd. ‚Nein!’, antwortete die Kaffeemaschine erklärend, ‚Das ist bei den Menschen so, wenn sie verliebt sind. Dann nehmen sie gar nichts mehr wahr.’ Stolz um ihr Wissen, hätte sie beinahe zu kochen begonnen; besann sich jedoch rechtzeitig und begnügte sich damit, selbstgefällige Blicke auszuwerfen. Eine Tasse, die auf dem Tisch noch darauf wartete, in die Spülmaschine geräumt zu werden, blieb an einem dieser Blicke hängen. ‚Gib’ nicht so an.’, grunzte sie verdrießlich und gähnte demonstrativ.
Gerade, als die Kaffeemaschine sie erbost anfahren wollte, regte sich der Mann auf dem Küchenfußboden. Mit flacher Hand schlug er sich klatschend an die Stirn, als habe er verzweifelt über etwas nachgegrübelt und sei nun auf die rettende Lösung gestoßen.

„Natürlich!“, rief er aus und sprang auf, als fließe ihm auf einmal purer Tatendrang durch die Adern. „Das ist es!“ Aufgeregt begann er, in der Küche auf und ab zu gehen; die erschrockenen Blicke der Vorhänge entgingen ihm ebenso wie das verhaltene Schnaufen der Kaffeemaschine. Da die Küche bereits in tiefste Dunkelheit getaucht war, stieß er sich schmerzhaft das Knie an einer Stuhlkante – ‚Au!’, protestierte der Stuhl, ‚Kannst du nicht aufpassen!?’ – und humpelte so, leise fluchend, aus dem Raum.

‚Da hast du’s.’, sprach der Eichenholztisch dumpf in die Stille hinein. ‚Das geht jetzt jeden Tag so.’

I won't be here when you get home

Eine unbestimmte Übelkeit ergreift Besitz von mir. Diese Art von Übelkeit, die beharrlich in der Kehle hockt und mich überlegen lässt, ob ein Finger im Hals vielleicht weniger unangenehm wäre. Oder wenigstens nur kurz.

In meinem Kopf wurde etwas durcheinander geschüttelt. Gleich Sand auf dem Grunde eines Meeres sind meine Gedanken aufgewirbelt worden, als sei ein großer Fisch dicht darüber hinweg geschwommen; als habe jemand sich hinabsinken lassen und sei auf dem Grund herumgesprungen, habe gestrampelt,
bis das Wasser sich trübte.
Tanzende Sandkörner.
Ich kann sie natürlich ignorieren, kann die Musik laut aufdrehen und so tun als wüsste ich; so tun als gäbe es keine Trübung des Wassers.
Ich könnte auch so tun als gäbe es keinen Sand. Es gibt schließlich sogar Menschen, die nicht einmal wissen, dass es ein Meer gibt.
Ich könnte ganz einfach abwarten, bis meine Gedanken von selbst wieder auf den Grund des Denkens sinken, denn das werden sie, so will es die Schwerkraft.
Ja. Ich könnte warten.
Aber vielleicht – vielleicht nur – ist das hier meine einzige Gelegenheit, die einzelnen Sandkörner genauer zu betrachten. Vielleicht kann ich sogar den Fisch packen, wenn ich schnell genug reagiere; vielleicht gibt es mehr als das, was ich bis jetzt kennen gelernt habe.

Vielleicht nicht nur Sand.

if you ask yourself patiently and carefully

Klackernde Schuhe auf nassem Asphalt.
Die Straße windet sich den Berg leicht ansteigend empor; die kleine Gruppe von Schülern lässt das verträumte, mit Schnee bepuderte Dörfchen hinter sich. Kahle Bäume säumen ihren Verlauf, stehen tropfend und verstreut umher, bieten einen trostlosen Anblick. Hin und wieder unterbricht ein gelachter Schrei die nasskalte Stimmung, Schneebälle fliegen, Mädchen kreischen auf.

Ich laufe in Gedanken versunken, atme die kalte Luft tief ein. Sie läuft hinter mir, sie lacht schallend auf, als ihre Freundin etwas sagt. Meine Hand umfasst die Notenmappe etwas fester, beinahe wäre sie mir weggerutscht; ich murmle etwas, um mein Verständnis des Gesprächs zu bekunden. (Kerstin plappert munter vor sich hin.)
Was wäre, wenn?, fragt die Stimme in meinem Kopf, und ehe ich sie zum Schweigen bringen kann, hat sie bereits ein Szenario zusammengestellt. Meine Noten auf dem Boden, mein hastiges Aufsammeln, ihre hilfsbereiten Hände.
Nähe, Nähe
; mein Herz schlägt fordernd.

„Hey! Ihr habt da was verloren!“ Mein Kopf wie leergefegt. Ich drehe mich um und sehe die Noten auf der nassen Straße liegen, wie in Trance bewege ich mich auf sie zu; das sind gar nicht meine Noten, aber ich kann nicht anders. Dass sie sich ebenfalls hinabbeugt, ist selbstverständlich, ist Naturgesetz, kann gar nicht anders sein. Ihre Freundinnen sind längst weitergelaufen, drehen sich ungeduldig nach ihr um; sie trägt Handschuhe. Sie greift vergeblich nach den Blättern, und während ich sie vom Boden klaube, entschuldigt sie sich; ich bedanke mich. „Trotzdem danke“, will ich sagen, aber das erste Wort bleibt in der Kehle stecken; sie sieht mich nicht an, sie spricht schon wieder angeregt mit ihrer Freundin.

Ich schüttle verwirrt den Kopf, reiche Kerstin wortlos die Noten und folge ihr.

and she's buying a stairway to heaven

Melancholie tropft von meinen Fingerspitzen, wenn ich die Hand hebe. Meine Haare sind durchtränkt, an meinen Beinen laufen die Tropfen langsam entlang und ziehen ihre Schlieren.
Ich sitze ganz still.

teach me how to sing if I cannot fly

Des Menschen Drang, fortwährend alles zu hinterfragen, ist sein Untergang. Die Frage nach dem Warum dient nicht ausschließlich der Entdeckung, der Fortentwicklung; sie kann auch ganz einfach zerstören. Sie sollte manchmal nicht gestellt werden. (Und trotzdem flüstert es leise in deinem Kopf.)

Ein dickbauchiger, zinnener Kessel über einem kleinen Feuerchen.
Steinboden, violette Flammen.
Ab und zu zischt etwas, und Dunstschwaden entsteigen dem brodelnden Kesselinhalt, hin und wieder ein platschendes Plumpsen, als seien gleich mehrere Steine auf einmal vom Herzen in den Kessel gefallen. Unbegreifliche Farben vermischen sich, spielen miteinander und verlieren sich in matt schimmernden Schlieren.

In scheinbarer Ziellosigkeit schweben kleine Fläschchen über dem Bild, ziehen ihre Kreise, und wie von Geisterhand schütten sie Schlückchen ihres Inhalts in den großen Kessel. Mal mehr, mal weniger; einige liegen zerbrochen am Boden.
Einen Schuss Tagträume, vermischt mit zähflüssig tropfender Wirklichkeit; ein paar Tropfen Einbildungskraft – Der Inhalt des Kessels beginnt zu strahlen, beginnt in gleißendem Weiß zu strahlen; doch schon senkt sich erneut ein Fläschchen hinab und die Flüssigkeit trübt sich, mit Zweifeln versetzt, mit verdunkelnden Enttäuschungen. Fragezeichen sirren von der hohen Decke herab und klirren leise bei ihrem Aufprall, kalte Blicke gleiten schlangengleich hinein;
und ich würge,
will den verdammten Kessel umstürzen
oder wenigstens jedes Fragezeichen einzeln herausfischen.

Doch sie haben sich längst aufgelöst, sind verschmolzen mit dem restlichen Brei, der meinen Alltag darstellt; mein Leben. Alles.

Und es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich über jedes Aufleuchten zu freuen. Und die dunklen Tage irgendwie zu überstehen.

it's like the darkness is the light

Es gibt Menschen, deren Blick genau wie der meine durch Raum und Zeit wandert; und inmitten von grauen Gestalten, leeren Augenpaaren, treffen sich unsere Blicke.

Grasgrüne Augen.
Sie starrt mich an.
Sie fixiert mich.
Unbewegter Gesichtsausdruck, kalte Ausstrahlung;
ich erschauere.
(Sie will mir etwas sagen, irgendwas,
ich komme nicht darauf.)
Ich winde mich unter ihrem Blick
und suche ihn doch immer wieder.

Einbildung, flüstert die Vernunft, und versetzt mir einen tiefen Stich, jedes Mal, wenn sie keine Notiz von mir nimmt.
Wahrheit!, krakeelt die Sehnsucht, und malt Bilder von ihrem Gesicht ganz nah an meinem.
Verwirrend!, äußert sich mein Gefühlsleben, und strudelnd geht es hinab in ein Farbmischmasch voller flirrender Kapriolen und verwischter Grenzen.

close the door as you're leaving

Und dann passiert dir etwas Schönes, und noch etwas; und du kannst gar nicht glauben, dass das hier dasselbe Leben ist wie das, das du gestern geführt hast.

Gestern gab es keine Hoffnung, heute bist du bis zum Rand damit angefüllt.

Gestern hast du dich im Bett verkrochen, heute siehst du aus dem Fenster.

Gestern nagten die Zweifel so unerbittlich an dir, dass du fürchten musstest, bald einem Schweizer Käse zu gleichen.

Heute wischst du sie mit einem lässigen Schlenker deiner Hand fort.

Gestern hast du die Worte hinuntergeschluckt und bereut.


Heute sprichst du sie aus. Und lachst.

and the ornaments are going around

Vögel picken mir mit ihren kleinen Schnäbeln Löcher in die Haut, ziehen wurmähnliche Fäden aus meinen Handflächen.
Aus meinem Bauchnabel.
Meinen Zehenspitzen.

Wild flattern sie durcheinander, kreuzen die Fäden, verknoten sie zu einem wirren Gehäuf; flattern hoch und höher. Die Landschaft unter mir entschwindet im Wolkenmeer. Einen kurzen Augenblick lang erinnert mich meine Situation an das bedauernswerte Geschöpf am Kreuz; ein mildes Lächeln entflieht meinen Lippen, dann ziehen die Vögel mich weiter.

Längst habe ich das Strampeln aufgegeben. Ich genieße die Aussicht, genieße die ausgebreiteten Federbetten, und jetzt täte ein Glas Whiskey gut, aber es muss auch so gehen.

Vogelscheiße auf meiner Schulter, Augen zu. Augen zu und hinauf, immer weiter.

Hinauf.

dans un film pornographique

Die Nacht sinkt nicht herab, sie fällt; denkt sie, und schließt für einen Moment die Augen.

Musik ist Luxus; denkt sie, und schluckt.

Besondere Momente verblassen viel zu schnell; denkt sie.
Viel zu schnell werden sie zu etwas Alltäglichem, gliedern sich in die Normalität ein, werden vom Grau verschlungen. Man sollte sich länger an seinen Erfolgen freuen, sollte öfter lächeln, sich öfter auf die Schulter klopfen.

Ja; dachte sie, und verzog den Mund. Meine Erkenntnis des Tages.

the sky is something you reach for

Das kleine, spitzwangige Männchen (gelb) hat mich am Genick gepackt. Es schüttelt mich, schüttelt die Worte in meinem Kopf und die Gefühle in meinem Bauch durcheinander; schüttelt mich, bis ich nicht mehr weiß, wo oben und wo unten ist.
Zweifel liegt wie Nebel über dem Trümmerfeld meiner Gefühle, schleichend umfängt er einst klare Gedanken und verdichtet alles zu einem Brei, einer undurchsichtigen Suppe, in der ich blind herumtappe, hilflos darin fische. Blitzend taucht dann und wann ein Gedanke auf, springt neckisch einen Bogen, taucht wieder unter, ehe ich ihn richtig ins Auge fassen kann.

Es ist ein sinnloses Unterfangen, einen von ihnen greifen zu wollen; ich versinke im Schlamm meiner Empfindungen. Blubbernd umgibt er bereits meine Knöchel; ich, mit der Angel in der Hand, knöcheltief im Morast.

Und der Nebel ist so dicht.

see, I thought love was black and white

Ein guter Film schafft es, dir die Parallelen zu deinem eigenen Leben zu zeigen. Man kann es Leuten ansehen, wenn ihnen die Parallelen bewusst werden.
Eben haben sie das Geschehen noch mit diesem entspannten Ausdruck im Gesicht verfolgt, den man nur zu gut von sich selbst kennt; dieser schlaffe Ausdruck des genussvollen Nichtstuns. Doch dann auf einmal weicht der glasige Blick einem Aufleuchten; ein Ruck geht durch ihre Körper.
Sie erstarren. Die Augen weiten sich, weit, ein wenig weiter noch; sie könnten nichts entgegen, wenn man sie jetzt ansprechen würde. Sie sind wie in Trance. Die Parallelen sind überdeutlich, sie leuchten von der flimmernden Leinwand; brennen sich tief ins Bewusstsein, brennen eine Träne die Wangen hinab.


missy higgins - where I stood.
(cos I don't know who I am without you)

et mon cœur sourit noyé par les pleurs

Das Geräusch von fallenden Regentropfen beruhigt mich, dringt bis in mein Inneres vor. Menschen laufen jetzt durch die Stadt, vielleicht den Kragen hochgeklappt und mit beschleunigten Schritten, vielleicht aber auch schlendernd, den schützenden Schirm in der Hand.

Alles grau.

Regen gebietet Einhalt.

wish you never met her at all

Manchmal stürze ich mich in ein Lied, und dann bin ich da drin, und es ist gut, dass ich da drin bin. Vielleicht singe, vielleicht schreie ich den Text mit, vielleicht auch gar nicht. Und es ist gut.

Es ist als würde Wasser über meine Gedanken gegossen, und eben waren sie noch verschmiert und voller Unreinheiten und verfilzt und alles, und dann wummert der Beat in meinem Bauch, und alles wird klar und deutlich. Meine Ohren erfüllt von der Musik, nur von der Musik, und in meinen Kopf lasse ich auch nichts anderes rein; die Augen halte ich geschlossen.

Nur das Lied und ich. Diese Stimme und meine Stimme.

Und meine Gedanken.

Es werden nicht alle sauber, natürlich nicht, aber auf einmal sehe ich einen. Ein Satz manchmal, manchmal ein Gefühl, meistens beides auf einmal; ganz klar und ungetrübt, erfüllt mich mit der Musik. Erfüllt mich, und ich weiß, so ist das.

So, und nicht anders. Ganz genau so.

under the lights, over the moon

Es gibt sie einfach – diese Tage, an denen man aufwacht, und alles ist richtig. Nicht etwa, weil sich über Nacht alle Probleme in Luft aufgelöst haben oder man einen schulfreien Tag vor sich hat. Es muss weder die Sonne scheinen, noch das Lieblingslied im Radio laufen, an einem solchen Tag; und dennoch –
Man wacht auf, und spürt es. Die Bettdecke umschmiegt einen freundlich, auf den Lippen liegt noch der flüchtige Nachgeschmack eines Traumes; und man reibt sich die Augen, streicht sich durch die Haare, und alles scheint einem wohlgesonnen zu sein. Genüsslich kuschelt man sich in die Kuhle der Matratze, so weich wie noch nie, und man lächelt in sich hinein und wird ganz warm, innen drin.

Tapsend auf dem Weg ins Bad. Das Spiegelbild blinzelt verschlafen zurück, verwuschelte Haare. Das Müsli schmeckt intensiver als sonst, die Zeitung raschelt; und das Lächeln wandert langsam vom Bauch hinauf, gluckst in der Kehle, springt auf die Lippen und macht es sich dort bequem.
Alles ist so richtig. Die eigene Haut fühlt sich richtig an; so weich und warm und man selbst. Und dann verfliegt das, im Laufe des Tages, und am Abend, wenn du im Bett liegst, erinnerst du dich vielleicht daran. Dass alles richtig war. Und dann weißt du nicht mehr, was es war, das es verscheucht hat, dieses Gefühl, und bist vielleicht kurz traurig, weil du es gern gehabt hast. Und kurz bevor du einschläfst denkst du – Wann es wohl wiederkommt?

Und du hoffst, dass es bald ist. Dieses Mal wirst du darauf aufpassen.

running out of legs to stand on

Müde öffnete ich den Kühlschrank; gähnende Leere schlug mir entgegen, als habe sie nur darauf gewartet. Einzig ein Schälchen mit Spaghetti stand bereit, einsam in eine Ecke verkrochen und doch nicht unsichtbar genug, um übersehen zu werden – Unsanft griff ich es mir und schob es, nachdem die Kühlschranktür knallend zugeschlagen worden war, in die Mikrowelle.

Wenigstens schmeckten sie, die Nudeln. Über und über mit Tomatensoße begossen. Ich schlürfte mehr, als dass ich kaute; schluckte Löffel voll roter Soße, und sie rann meinen Hals hinab und füllte meinen Bauch mit wohltuender Wärme, füllte ihn bis an den Rand.

Rot. Schwarz.

Die Vorstellung gefiel mir. Sie gefiel mir verdammt gut.