26/11/2008

it's like the darkness is the light

Es gibt Menschen, deren Blick genau wie der meine durch Raum und Zeit wandert; und inmitten von grauen Gestalten, leeren Augenpaaren, treffen sich unsere Blicke.

Grasgrüne Augen.
Sie starrt mich an.
Sie fixiert mich.
Unbewegter Gesichtsausdruck, kalte Ausstrahlung;
ich erschauere.
(Sie will mir etwas sagen, irgendwas,
ich komme nicht darauf.)
Ich winde mich unter ihrem Blick
und suche ihn doch immer wieder.

Einbildung, flüstert die Vernunft, und versetzt mir einen tiefen Stich, jedes Mal, wenn sie keine Notiz von mir nimmt.
Wahrheit!, krakeelt die Sehnsucht, und malt Bilder von ihrem Gesicht ganz nah an meinem.
Verwirrend!, äußert sich mein Gefühlsleben, und strudelnd geht es hinab in ein Farbmischmasch voller flirrender Kapriolen und verwischter Grenzen.

13/11/2008

close the door as you're leaving

Und dann passiert dir etwas Schönes, und noch etwas; und du kannst gar nicht glauben, dass das hier dasselbe Leben ist wie das, das du gestern geführt hast.

Gestern gab es keine Hoffnung, heute bist du bis zum Rand damit angefüllt.

Gestern hast du dich im Bett verkrochen, heute siehst du aus dem Fenster.

Gestern nagten die Zweifel so unerbittlich an dir, dass du fürchten musstest, bald einem Schweizer Käse zu gleichen.

Heute wischst du sie mit einem lässigen Schlenker deiner Hand fort.

Gestern hast du die Worte hinuntergeschluckt und bereut.


Heute sprichst du sie aus. Und lachst.

04/11/2008

and the ornaments are going around

Vögel picken mir mit ihren kleinen Schnäbeln Löcher in die Haut, ziehen wurmähnliche Fäden aus meinen Handflächen.
Aus meinem Bauchnabel.
Meinen Zehenspitzen.

Wild flattern sie durcheinander, kreuzen die Fäden, verknoten sie zu einem wirren Gehäuf; flattern hoch und höher. Die Landschaft unter mir entschwindet im Wolkenmeer. Einen kurzen Augenblick lang erinnert mich meine Situation an das bedauernswerte Geschöpf am Kreuz; ein mildes Lächeln entflieht meinen Lippen, dann ziehen die Vögel mich weiter.

Längst habe ich das Strampeln aufgegeben. Ich genieße die Aussicht, genieße die ausgebreiteten Federbetten, und jetzt täte ein Glas Whiskey gut, aber es muss auch so gehen.

Vogelscheiße auf meiner Schulter, Augen zu. Augen zu und hinauf, immer weiter.

Hinauf.

03/11/2008

dans un film pornographique

Die Nacht sinkt nicht herab, sie fällt; denkt sie, und schließt für einen Moment die Augen.

Musik ist Luxus; denkt sie, und schluckt.

Besondere Momente verblassen viel zu schnell; denkt sie.
Viel zu schnell werden sie zu etwas Alltäglichem, gliedern sich in die Normalität ein, werden vom Grau verschlungen. Man sollte sich länger an seinen Erfolgen freuen, sollte öfter lächeln, sich öfter auf die Schulter klopfen.

Ja; dachte sie, und verzog den Mund. Meine Erkenntnis des Tages.