31/01/2009

get your necks to crack around

Verschlingende Münder, fremde Hände auf ihrem Körper;
ich drehe mich weg. Das Licht zuckt, zerreißt den Moment in viele kleine Schnipsel. Ein flüchtiger Blick. Ein geschlossenes Augenpaar. Zerwühlte Haare. Eine Zunge fährt über Lippen, eine Hand durchs Haar; Körper wiegen sich zur Musik, werden von der Musik hin und her gerissen wie willenlose Puppen. Ich werde selbst zur Puppe, meine Arme malen den Rhythmus, meine Füße stampfen den Takt, mein Körper wird zu mir und ich werde zu meinem Körper. Ich tanze, ich tanze. Keine Gedanken mehr, nur dieser Befehl. Tanzen.
Es ist, als habe die Musik etwas in mir ausgeschaltet. Eindrücke überfluten mich, jede Sekunde passiert etwas; ein Lächeln, eine Bewegung, eine Berührung. Und ich trinke, trinke all das wie ein durstiges Tier, aber ich werte es nicht aus. Ich sauge auf wie ein Schwamm und tanze weiter, ohne darüber nachzudenken; meine Arme schlagen die klebrige Luft, schlagen alles fort von mir.
Die Dinge passieren und sind passiert /
weitere Dinge passieren und weitere
werden passieren.
Ich schließe die Augen und werfe den Kopf in den Nacken.
Keine Gedanken mehr, nur dieser Befehl. Tanzen.
Ein Gefühl. Ein freier Platz um auszuruhen. Ausdruck - Und Zuflucht.

24/01/2009

put your hands up

Ich hasse das. (Ich wickle eine Strähne um meinen Zeigefinger und starre vor mich hin.)
Ich hasse es, wie gleichgültig den Menschen alles ist, wie verdammt gleichgültig. (Ich bewege nur die Finger auf der Tastatur, am liebsten würde ich laufen, mit zusammengebissenen Zähnen alle Gedanken aus mir heraus laufen.)
Sie sehen die Schönheit in den Dingen nicht. (Ich nicke.)
Sie sehen nicht, wer ich bin, was ich bin; sie wollen es nicht sehen. Es interessiert sie einfach nicht.


Vor den Kopf gestoßen, das bin und wurde ich; wieder und wieder. Die Blicke, die an mir vorbeigleiten, sind wie Schläge ins Gesicht; jedes Lachen, das nicht mir gilt, sticht beherzt zu; Nadel in mein Herz, mein Herz als Nadelkissen. Ja, das Bild gefällt mir, und – fingernaegel auf meiner haut; weisse kratzspuren, die bald verblassen werden – ich merke: Der Blick richtet sich nach innen, wenn die Welt dort draußen zusammenbricht. Nach innen, ins Dunkle; da, wo keine Stimmen verletzen können und keine Geste die Tränen in mir hoch kochen lässt.
Nur ich und leere Worte
und der Wunsch, an nichts denken zu können.

22/01/2009

somewhere, way up high

happened in 2006.

S. (06:00 PM) :
kennst du das wenn deine hände anfangen zu zittern und dein herz anfängt zu rasen wenn du irgendne person siehst?

me. (06:00 PM) :
nein

S. (06:01 PM) :
wenn du deren stimme und sowieso alles an der vermisst wenn du die ein paar stunden nich siehst

S. (06:01 PM) :
das is sowas von abartich geil

13/01/2009

let me grab your soul away

Ich kann es nicht verhindern, ich habe schon wieder gebrannt.

Ein
ganz normaler Tag,
und dann stehst du irgendwo
und überlegst, und dein Blick fällt
durch die Glastür hindurch. Und du siehst sie, siehst,
wie sie auf einem der Tische sitzt, den Kopf dir zugewandt. Vielleicht schaut sie schon die ganze Zeit in deine Richtung, vielleicht hat sie den Kopf aber auch gerade erst gedreht, gerade eben erst. Du weißt es nicht, und es ist dir auch verdammt egal, denn sie schaut dich an. Schaut sie dich an? Du bist dir nicht sicher, du zweifelst; du schaust wieder hin und wieder, und sie schaut immer noch, aber du zweifelst trotzdem. Vielleicht ist es Zufall – bestimmt ist es Zufall! und wieder nur aufgebauschte Seifenblasen! und als du noch einmal hinschaust, spürst du es. Du stehst in Flammen. Sie lodern zu deinen Füßen, schlagen hoch, umflammen dein Gesicht, züngeln an deinen Armen und Beinen. Du brennst, und während du die Treppenstufen hochsteigst, weg von ihr, versuchst du, das Gefühl abzuschütteln. Obwohl du weißt, dass nichts das Feuer löschen kann. Nichts, außer einer kalten Dusche Enttäuschung. Und selbst dann,
selbst dann glimmt irgendwo
ein kleines Flämmchen
noch vor sich
hin.

05/01/2009

'cause I love the way you say good morning

Langsam bewege ich mich durch die in schimmerndes Weiß gekleidete Landschaft, drücke meine Spuren in makellose Puderschichten. Ein gleichmäßiges Kitzeln in meinem Gesicht, noch immer rieseln kleine, nasse Flocken vom Himmel. Felder und Wiesen, eingeschneit; Bäume und Büsche mit ihrer weißen Last beladen, und ich stehe inmitten all dieser Gedämpftheit und bekomme Lust, zu schreien. Stattdessen singe ich, den Refrain nur, erst zaghaft und unsicher, dann laut und tief aus dem Bauch heraus und nur für mich. Ich drehe mich um, und da ist niemand; niemand hört mich,
ich lache über mich selbst.
Und dann schlurfe ich nur noch, lasse mich von der gedrückten Stimmung und dem Krächzen der Krähen einlullen, lasse meine Gedanken von der Leine. Bilder stürzen auf mich ein -
Worte - ein Satz, der nicht sein durfte
und mir doch so deutlich vor Augen steht –
und wieder Bilder, die nicht existieren –
Bilder, die ich gleichzeitig herbeisehne und von mir stoße –
die Warnung einer Freundin –
meine Hand in seiner
ihr Blick in meinem –
sein freches Lächeln, was wäre, wenn –
daran darf ich nicht denken
glühende Haut unter meinen Fingerspitzen
aber ich darf nicht
- sein Gesicht, das sich meinem nähert -
und immer näher kommt, immer näher –

Ich stürme los. Nur Bäume, links und rechts von mir; der Pfad steigt leicht an, ich renne, renne mit aller Kraft, stoße die Gedanken von mir und bestehe nur noch aus Beinen, und aus der Dampfwolke, die mein Atem formt. Er muss raus aus meinem Kopf, raus; ich will an nichts mehr denken, an gar nichts. Einatmen, ausatmen.
Verdammt, einfach nur noch einatmen und ausatmen.

03/01/2009

fingertips across my skin

Die Fenster stehen offen, kalter Wind haucht herein
und trägt den Geruch des Frostes, den des Winters
mit ins Zimmer. Sie sitzt wie vergessen neben dem Teppich,
auf den Boden gekauert, ein paar Photos in der Hand.
Ihre nackten Arme frieren nicht. Sie sitzt dort, als lausche sie
auf das Lachen der Menschen auf den Bildern, als lausche sie
in sich hinein. Wie auf eine Melodie, die man früher oft gesummt und dann nach und nach vergessen hat. Mit glänzenden Augen tastet sie danach, und sie erhascht den Geschmack, diesen längst vergessenen Geschmack ihres früheren Lebens. Für einen Moment. Dann verwischt er wieder, verflüchtigt sich, und nur ein sanftes Leuchten bleibt zurück; wie ein winziges Glühwürmchen, das sich in ihrer Brust eingenistet hat.

Wehmut kann in vielen verschiedenen Farben auftreten, aber sie glänzt nicht. Sie funkelt nicht, sie schimmert nicht;
Wehmut ist glanzlos.