03/01/2009

fingertips across my skin

Die Fenster stehen offen, kalter Wind haucht herein
und trägt den Geruch des Frostes, den des Winters
mit ins Zimmer. Sie sitzt wie vergessen neben dem Teppich,
auf den Boden gekauert, ein paar Photos in der Hand.
Ihre nackten Arme frieren nicht. Sie sitzt dort, als lausche sie
auf das Lachen der Menschen auf den Bildern, als lausche sie
in sich hinein. Wie auf eine Melodie, die man früher oft gesummt und dann nach und nach vergessen hat. Mit glänzenden Augen tastet sie danach, und sie erhascht den Geschmack, diesen längst vergessenen Geschmack ihres früheren Lebens. Für einen Moment. Dann verwischt er wieder, verflüchtigt sich, und nur ein sanftes Leuchten bleibt zurück; wie ein winziges Glühwürmchen, das sich in ihrer Brust eingenistet hat.

Wehmut kann in vielen verschiedenen Farben auftreten, aber sie glänzt nicht. Sie funkelt nicht, sie schimmert nicht;
Wehmut ist glanzlos.

3 comments:

  1. Könnte ich es so wunderbar traurig ausdrücken wie du, hätte es von mir sein können. Wahnsinn, was man mit Worten anstellen kann...Flashback pur.

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