02/02/2009

turning into dust

Ich habe mir überlegt, vielleicht ist es tatsächlich falsch.
Das Schreiben, meine ich.


Ich schreibe aus mir heraus, meine Gefühle, meine Gedanken;
sogar diesen Geruch, der schon seit gestern Abend an meinen Händen haftet und sich nicht abwaschen lässt, kann ich aus mir herausschreiben. Es gehört dann nicht mehr nur mir, das Geschehene, sondern noch anderen; selbst wenn niemand liest,
wenn nur ich bisweilen diese getrockneten, gepressten Gedankenblüten betrachte – Es hat sich dann etwas verändert.
Das Schreiben wäscht etwas aus mir heraus, die Buchstaben fangen ein und lassen den erlebten Moment erstarren. Erstarren, weil er mit Worten beschrieben wurde; Gedanken sind anders, sind mehr, sind nicht nur Worte.
Und dann überwiegt wieder der Drang, der Wunsch, etwas festzuhalten; manchmal gelingt es, manchmal weiß man, genau so ist es gewesen, und man liest es wieder und wieder und die Worte tropfen von deinen Lippen, schmecken wie Honig, wie Salz und Zitrone. Und doch. Ist es nicht möglich, dass andere Leute, wenn sie die Dinge nicht aus sich herausschreiben, mehr davon haben? Dass es sich in sie hineinbrennt, weil es nicht hinaus kann; dass sie es intensiver erleben als es mir je möglich sein wird?

5 comments:

  1. Hallo Me...

    Ich lese deine Zeilen. Es waren nur wenige, denn ich bin noch neu hier. Doch diese deine neuen Gedanken in Worte gefasst, lesen sich schön. ... Also warum damit aufhören wollen ...

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  2. hallo elena,

    danke Dir. und ich glaube, ich kann gar nicht aufhoeren. selbst wenn ich wollte.

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  3. Tus nicht.
    Ich bin zu fasziniert.

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  4. ich stelle mir die frage oft. ist es so, dass ich vielleicht einen teil, diesen teil von mir, der war als geschehen ist, was nun schwarz-weiß auf papier steht und nun, weil ich ihn weggab, bin ich weniger, ärmer?
    Aber dann weiß ich: Hätte ich nicht ein Wort gefunden, dass dieses eine Lächeln beschrieb, es wäre nicht so schön mehr. Hätte ich nicht das blitzende Messer beschrieben und es funkeln lassen im Licht der Esszimmerlampe; dann würd ich es heute noch spüren, dann wär der Schmerz nicht ab von mir und neben mir, auf dem Blatt und fassbar, benennbar.
    Das Schreiben ist nicht nur Hilfe und Erleichterung und Obsession für den Moment. Es hält dich aufrecht, gegen das Vergessen des Schönen und gegen den Schmerz des Hässlichen.
    Good God, i am so pathetic... ;D

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  5. Good God, why have I never answered to that?

    Ich denke, du hast Recht damit; und doch ist es eine Illusion, die wir uns aufbauen, in uns aufbauen. Dass es falsch ist, das zu tun, glaube ich aber nicht (mehr). Vermutlich baut sich jeder seine eigene Welt, um mit dem, was wir Realitaet nennen, umgehen zu koennen.

    Und Worte sind die unsere.

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