26/04/2009

close enough for you to taste

Die Dunkelheit lässt klare Umrisse zu Schemen verschwimmen, Schattengestalten in der Ferne. Ich taumle über Steine,
über Sandstrand; Wind fegt über uns hinweg als wir mit zusammengekniffenen Augen das Umfeld nach Leben absuchen.
Da stehen ein paar, dort ein Grüppchen, doch es zieht uns zu einer kleinen Düne, eine Insel, die vor Kälte zu schützen verspricht.


Gesenkte Stimmen, vertraute Gesichter; eine Zigarettenspitze glüht auf und ich vergesse, was Unbehagen bedeutet. Schmiege mich in eine Kuhle, lache leise auf, als mir ein Paar Augen entgegenblitzt, fasse Hände und atme ruhig. Gerade habe ich mich niedergelassen, als zwei Mädchen auf uns zusteuern; mein Herz ist zu müde, zu vollgesogen mit Alkohol, um laut zu jubilieren; und ich kann nur benommen dabei zusehen, wie Sie sich hinter mich setzt,
    « direkt
      hinter
    mich »

und plötzlich lehne ich an ihr.
Lehne nicht nur an ihr, bin ein Teil von ihr; ihre Beine links und rechts, mein Kopf an ihrem Bauch. Ihrer Brust. Ihre Hände spielend in meinen Haaren, behutsam. Ich fühle mich wie übergossen, wie getränkt in Glück. Überall Zuneigung, manchmal versteckt, doch so oft offen gezeigt und ich bin dankbar und müde und kann nur denken, dass es nie enden soll.

Ich weiß nicht mehr, wann sie die Schachtel auspackte; mit einem Mal hielt sie ein Zigarillo in der Hand und ich sog den Rauch ein, behielt ihn im Mund, nur ein bisschen in die Lunge, versuchsweise, musste husten. "Riech' mal", sagte sie, und hielt mir die Schachtel hin, "Das riecht so gut", ihre Hände so nah, ich griff immer wieder nach ihnen. Streichelte sachte, wurde gestreichelt, von Jungenhänden, doch sie zog ihre nicht weg und ich, ich hielt das Zigarillo. Zwischen zwei Fingern, ihr Gesicht über mir, nur ihr Gesicht und der Sternenhimmel. Ihre Lippen an meinen Fingern, als sie am Zigarillo zieht; ich schmiege mich an sie und – nichts, und.

"Ich kann dein Herz schlagen hören", sagte ich zu ihr.
Sie erwiderte sanft den Druck meiner Hand.