29/09/2009

disconnect my heart, my head

Die Kleidung klebt am Körper; du schnappst nach Luft,
es ist keine da. Brodelnde, überschwappende Tanzfläche;
du lässt dich nach oben treiben, jemand hält sich dicht hinter dir,
'wieso folgt sie mir?' / Freude Freude Freude
wie eine geöffnete Sprudelflasche,
schnell wieder zugeschraubt.

Dann atmest du abendliche Kühle. 'Wollen wir ein bisschen laufen?', Köpfe in Nacken gelegt und den Himmel nach Bildern abgesucht, nur gesprenkelte Unendlichkeit gefunden; gelacht, schwungvoll Arme um Hüfte an Haut, wir stehen viel zu nah beieinander, viel zu nah.

Und du siehst ihr ins Gesicht und fragst sie, was sie denn vorhin erzählen wollte. (Sie hatte angesetzt, dann verlegen gelacht, dann doch nichts gesagt.) Und sie will nicht, will es dir nicht sagen, aber du drängst sie und bist dir so sicher. So sicher, dass es etwas Schönes sein wird; du kannst nicht genau definieren, worauf du hoffst, aber da ist irgendwas, und dann lässt sie sich nicht länger bitten und spricht es aus.

Ein Name ist es, "Ich steh' einfach auf ihn", sagt sie, und sie sieht dich an und [du fühlst deine Miene erstarren] hält deinen ungläubigen, verletzten Gesichtsausdruck für unverhüllte Überraschung. Du willst sie anschreien, löst stattdessen langsam deine Hände von ihren, die du aufgeregt + wärmesuchend umfasst gehalten hast. Tonlos fragst du sie nach dem Warum, und sie scheint noch immer nichts zu merken, plappert munter drauflos, froh, jemandem das Herz ausschütten zu können. Die Worte rauschen vorbei an dir, du nickst bloß und beschleunigst deinen Schritt. Das kann nicht sein, kann nicht sein!, dröhnt es in dir, und die Welt ist ein Friedhof (erdolchte Hoffnungen), eine Folterkammer, ein höhnisches Grinsen.

Weg, bloß weg von ihr, und gleichzeitig sie an sich ziehen wollen
und –

4 comments:

  1. Man fühlt so genau mit. So sehr mit.
    Und wer kennt das nicht? Wer hat das nicht schon einmal erlebt? Da will man mindestens einen kurzen Moment für sich, um nach Luft schnappen zu können und die Gefühle nicht verstecken zu müssen. Gedanken ordnen.

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  2. Wie schnell aus dem Hochofen eine Eisschrank werden kann. Erfrischend, das Kaleidoskop menschlicher Stimmungslagen.

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  3. und das blatt wendet und wendet und wendet sich...

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  4. wow. überwältigend du verstehst mich .

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