30/07/2010

the thin line between belief and delusion

To my ten-year-old self, my father once made a comment
on my habit of crawling myself together like an embryo
to get to sleep.


He said, alluding to my small size, no one could grow, sleeping in such a position. It was meant as a joke. How could anyone, twisted like this at night, grow?, he asked, winking at me, closing the door tenderly the way I liked it – a little gap left open, so the light could still enter the room.

But I took it seriously.

I thought about it – Could it be that my sleeping habit really stopped me from growing? Perhaps it had a huge effect on my bones or something. Totally made sense. Of course it had!

And I stretched out.

Every night, from that night on, I stretched my full small self and tried to sleep, laying completely straight and uncomfortable. Dozing off, I thought about hanging weights on my feet while holding myself somewhere high, on some monkey bars maybe, so my bones would be forced to grow. But this remained a dream.

I did grow then, slowly and not much, but I did. Maybe I would have grown bigger if I had realized that last idea.

23/07/2010

peering through open windows

Es regnet. Die Natur atmet auf.

Ich atme ein, den Geruch von nasser Erde,
das Geräusch des Tröpfelns und Prasselns; alles.

Man muss nur hin und wieder einatmen.
Luft holen. Weiterlaufen.

Leben.

(In dem Wort steckt so viel.)

20/07/2010

the thief he kindly spoke

Einer mit Stielaugen und dunklen Haaren fragt mich auf
Englisch, ob er mich auf den Mund küssen darf.

Ich schüttle den Kopf und sage, "I'm into women."

Eine Freundin von ihr winkt mir quer durch den lautgefüllten Raum zu. Ich winke ehrlich erfreut zurück, bahne mir einen Weg zu ihr, ahne schon, will aber nicht wissen. Will sie nicht sehen und will gleichzeitig nichts mehr als das. Will gesehen werden, angesehen werden, von ihr, ja, ich lebe noch, hallo. There she is. Sie lächelt flüchtig, sauer-süß, schuldbewusst? Mitleidig? Ich bin lebendig, ich bin mehr als gesund, ich lache und beachte sie nicht weiter. Äußerlich.

Innerlich aufgewühlt, aber nicht so sehr, nicht wie sonst. Das Nahsein und Anschmiegen und die Küsse, das alles ist so weit weg, auf einmal. Nicht weit genug weg, um ihre Anwesenheit auszublenden, aber weiter als sonst. So weit, dass es mich angriffslustig macht; ich will ihr zeigen, dass es mir gut geht, ohne sie, ohne all das, und dass ich begehrt werde, soll sie sehen. Dass ich gewachsen bin, und nicht mehr die Kleine, die sie so verletzt hat. Jemand tanzt mich an, er tanzt gut, es macht Spaß, macht mir wirklich, wirklich Spaß, und mein Lachen verdoppelt sich, weil sie zusieht -

Später tanze ich neben ihr, werde auf sie geschubst, schubse aufdringliche Männerhände von mir. Sehe sie lachen. Denke, dass man vielleicht befreundet sein könnte. Spüre nichts begierig Erhitztes im Bauch, wenn sie tanzt, spüre nur Freude und Verknotetes, und dann wieder das lähmend aushöhlende Nichts, als sie geht. Nach Hause geht sie, ich wünsche beiläufig eine gute Nacht, lehne mich dann in der Toilettenkabine an die Wand und atme den Beat und will verschmelzen und nicht mehr sein müssen. Aber ich existiere weiter. Und ich verschmelze nicht.

Die Zurückgelassene zu sein, dieses Gefühl ist so vertraut, schmerzlich vertraut, und ich weiß, besser wieder Tanzfläche und Bier und Lachen. Dann verschwindet das Gefühl der Unwirklichkeit schneller.

13/07/2010

but there's no hiding behind moulting feathers

Jemand fragt nach der Uhrzeit und du sagst, Zeit ist relativ.
Und es fühlt sich richtig an.

Der Sommer in Sepiafarben. Eiscreme an der Fensterscheibe, prickelndes Nass im Mund, mehr kühl als kalt, mehr warm als sonst irgendwas, auch die Kekse, auch die kugelroten Beeren, die Flecken auf Haut malen. Ich schüttle Sandkörner von meiner Bauchdecke und laufe dem Luftzug nach.

Wasser spritzt auf kreischende Kinder, Wellen, Wellen durchlaufen mich, meine Hände teilen das Wasser nicht, drängen es nur zur Seite, und der Sonne zuckend gebrochene Strahlen tanzen auf meinen Armen. Algen tanzen leise, anmutig im Dunkel; hin und wieder kitzelt eine an der Fußsohle, da kichert man unwillkürlich. Innerlich.

Ich tauche, tauche auf, jemand streicht mir das Haar aus der Stirn. Augen geöffnet und zusammengekniffen. Nackte Füße auf sengend heißem Sand. Dem Ball hinterher hechten, ich tanze mit dem Ball.

Diese Tage, an denen das Leben tanzt. Hold them close.

07/07/2010

the moon in a basket on your bike front

Alles heilt. Alles wird heilen. Es gibt für alles eine Heilung.
Oder?