28/09/2010

time is frozen, bound and broken

Hast du schon mal einen Tag damit begonnen, die Schnitte in der Haut eines Anderen zu zählen?

Hast du

schon mal dein Bett gegen schmutzigklebrigen Fliesenboden eingetauscht?, auf weißen Socken tapsend, aber das auch schon egal, und dann einen Streifen Sonne als Verlockung empfunden, als pure, aufzusammelnde Freude, und der Versuchung nicht widerstehen können trotz Müdigkeit, trotz der frühen Stunde und Zunge am Gaumen festgeklebt, aber die Sonne.

Wie einen lang vermissten, gut bekannten Freund begrüßt,
Gesicht, Sonne, hallo, endlich.

Und mehr noch, streichelzart auf Armen, nackten Füßen, im Nacken, auf den frisch geröteten Lippen, geküsst hast du dir die Lippen rotrotrot, der Spiegel sagt, du siehst verschlafen aus, kämm’ dich mal, aber

er sagt es mit einem wohlwollenden Zwinkern, einem Zwinkern von der Sorte,
wie du es eigentlich nicht ausstehen kannst, aber eigentlich doch, und du lächelst ihm

flüchtigblinzelnd zu und schleichst durch die Räume
auf der Suche nach Brötchen, nach Kaffee
oder eben irgendwas.

26/09/2010

let the moon cry and the bricks to crumble down

Du hast es nie vollkommen geschafft.

Es gibt immer einen Ort, der dich in die Vergangenheit zurückversetzen wird; einen Geruch, der dich erinnert, einen Geschmack; eine mit der gleichen Frisur, mit der gleichen Art, zu lachen, vielleicht.

Und dann sticht es kurz, Bilder schieben sich unaufgefordert vors innere Auge, Bilder, die man in Schachteln verpackt und weggesperrt hatte, die man hatte verbleichen lassen – Plötzlich werden sie wieder lebendig, springen dich an, und du bist wieder verletzlich und klein und glaubst, überwältigt zu werden.

Aber es ist nur ein Moment.

Nur dieser Moment. Dann fängst du dich, schüttelst leicht benommen den Kopf, wie, um alles wieder an den rechten Platz zu rücken, und lebst dein Leben weiter.

13/09/2010

pounding there in your chest

Ich klammere mich an die Fetzen meiner Haut,
Meiner alten Haut, kneife die Augen zu
Und wünsche mir – Freiheit.

Sehne mich nach Freiheit. Es ist einfach, sich nach etwas zu sehnen, das man idealisieren kann, verherrlichen bis zur Unkenntlichkeit, weil man die Bedeutung nicht kennt, weil das Wort verlockend süß schmeckt, verlockend wild, und es ruft. Es ruft nach dir, nach dem Etwas in deiner Brust, longing and craving, craving and longing for more, und dieses Etwas antwortet.

Freundlich fremde Gesichter an den anderen Tischen, an meinem Tisch nur solche, die man schon zu oft gesehen, zu oft gesprochen hat, und die Geschichte, die erzählt wird, wurde schon tausendmal erzählt; ich fühle mich, als setze man mir die selbe wässrige Suppe wieder und wieder vor, und als bestünde sie jedes Mal zu einem größeren Teil aus Wasser, aus Nichts, aus fader Geschmacklosigkeit.

Ich kann nicht: Lachen über einen Witz, den ich bereits kenne. Mich fabelhaft über eine Geschichte amüsieren, die ich schon gehört habe.

Anscheinend sollte man das können; ich blicke in die altbekannten Gesichter, sehe sie lachen, frage mich, wer hier eigentlich den Verstand verliert. Sie erzählen das wieder und wieder, wie alte Wiederkäuer, kauen ihre Geschichten hoch bis sie die Farbe verlieren, bis sie zu ein und demselben Brei geworden sind, die gleichen Worte, immer, die gleichen Gesten, die gleichen Lacher. Ich höre nicht hin.

Ich höre nicht mehr hin.

03/09/2010

slipping in between

Die Sekunde vor dem Aufprall ist die friedlichste.

Of course you’ll find millions of boxes, small ones and big ones and those in between, and you’ll try to make it fit, you’ll try hard to make everything fit inside of them, and it will, it does. You can put people inside of them, and they will fit, and from time to time you might close one of the boxes and open another one, but never let them confuse you, and don’t you confuse them.

You can also put feelings inside of your boxes, all the feelings you ever felt, nicely put together and nicely sorted out. So easy to put the disturbing ones aside, so easy to concentrate on the big ones, on those one has to concentrate on. Society says so. And all these opinions and interests, wonderfully stapled upon eachother, creating a great image of your self, an image you like, this is what I want to represent, this is who I am! – Is this who I am?

Is this who you are.

You consist of the music you listen to, of the places you go to, the people you chat with when you feel like talking to someone. And you are reaching out for this special feeling the media promises, a feeling you wouldn’t even be able to describe but know it exists, somewhere, and you will know when it’s there.

You will know.

And they lived happily ever after; this is what you want, this is the promise they made to you: You’ll find someone who saves you, someone who will colour your world, lighten it up, rescue you from everything you’re afraid of, from all these nightmares and fears. So you keep searching, because this feeling, it’s going to be like pure bliss, it’s going to be so amazing, and you can’t wait, you just can’t wait for it.

But you have to. And you will. And you will get tired and, because you want, want it so much, you’ll have to let go of it, as we mostly find the things we’re not looking for.

Don't we?