05/01/2011

where the moon was a star-painted dancer

2010?

Ich denke an die Studentin; daran, wie sie mich geküsst hat, und an E., die ich nie wieder sehen will. Weil ich weiß, wie schnell alte Wunden aufreißen können; weil ich weiß, dass ich derzeit verwundbar bin.

Ich denke an die Prüfungen; trockene Lippen und Gummibärchen in dieser muffigen Halle, und der Stift fliegt übers Papier. Der Stift: wohl von allen Ecken und Enden bekaut, bearbeitet, zerkaut; als könne man die Ideen heraussaugen, oder die nötigen Fakten. Chemie, nie wieder. Ich denke an das Gefühl zwischen Erleichterung und Enttäuschung, weil da genau ein Punkt fehlte, die Punktzahl selbst aber verdammt großzügig war.

Ich denke an Eis unter den Füßen, auf dem Schulhof; an das Gefühl, nicht nach Hause gehen zu wollen, weil man diese Leute bald entbehren wird, bald ist alles anders, das Gefühl im Kopf. Ich denke an E., die mir zulächelt, und R., die fast in Tränen ausbricht, und es war meine Schuld. Ich denke an A., und an M., der mir die nötige Kraft gab, ihre Nummer zu löschen, und der davon nichts weiß. M. mit seinem ansteckenden Tatendrang und seiner erfrischenden Unbesorgtheit.

Aber eigentlich denke ich an

Wahnsinnige, atemberaubende Küsse. Verzweifelte Tränen. (Jemand streichelt mir tröstend übers Haar.) Sehnsucht, flirrendes Gedankenspiel. Stilles Zusammenbrechen. Lautes Zusammenbrechen. Brennende Wangen vor Scham. Das Gefühl, etwas sei einfach nicht richtig. Impulse. Feuer. Resignation. Tiefdunkle Traurigkeit, ohne Boden.

Und dann doch irgendwie ankommen.

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