holding hands we'll fall

Wie alte Tapete von der Wand, Streifen für Streifen.
Irgendwo ist da eine Spinne, in diesem Netz aus Nylonschnüren, die das Zimmer durchziehen; ich wage nicht, mich zu bewegen. Schaue bloß. Dann zerreißt sie jemand, die Schnüre, die losen Enden wehen wie verträumt in einem nicht vorhandenen Windhauch, und irgendwo krabbelt sie, das spüre ich, die Spinne ist da, aber die Angst zieht sich zurück, und nur dieses kruselige, unbehagliche Schüttelgefühl bleibt. Wie ein aufdringlicher Nachgeschmack.

Sie winkt mir noch zu, dann lenkt sie ihr Fahrrad einhändig, eisbalancierend, auf die Wiese, zu ihren Freunden.

Ein Rotschopf lacht ihr mit blitzenden Augen zu, ein blondes, zerzaustes Mädchen umarmt sie. Das Fahrrad bleibt im Gras liegen, sie knabbert die Waffel genussvoll bis zur Spitze; die Sonne wärmt. Der Klang von Holz auf Holz. Ihr Kopf auf seinem Bauch, und er lacht und sie befiehlt ihm, halb verärgert, halb im Scherz, damit aufzuhören, und rutscht mit dem Kopf auf seinen Brustkorb, weil der weniger bebt, wenn er lacht.

Und seine Hand, mit der er eine Haarklammer von mir stiehlt und die ich ihm zu entwinden versuche, seine Hand ist stark und fest und real. Hornhaut fühle ich, Schwielen, und er lacht wieder, und wir liegen alle im Kreis, ein Kreis aus Körpern, und diese Nähe, denke ich noch, ist doch albern, lässt mich eine seltsame Verbundenheit spüren, eine plötzliche, starke Zuneigung.

Glück? Ja, nein, vielleicht. Das ist einfach nicht die Frage.

2 comments:

  1. Das erinnert mich so sehr an den letzten Sommer...

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