16/03/2011

thinking that we almost had it all

Ein bellender Hund, Dunkelheit, und eine Tür, die sich nicht öffnet.

Was lehrt mich das? Dass man Menschen nicht zu Konstanten erheben darf; ein Mensch kann das nicht sein. Konstant.

Ich war zu dir gefahren, während mir die Worte noch im Kopf herumschwirrten. Ich war noch nie irgendwo hingefahren mit der absoluten Gewissheit, unerwünscht zu sein. „Nein, ich will das nicht“, hattest du geschrieben, aber ich musste. Musste es versuchen.

Eine Freundschaft kann man nicht einfach so abschneiden, dachte ich, von einem Tag auf den anderen und ohne klärendes Gespräch. Erst recht nicht diese Freundschaft, mit ihrer Besonderheit, ihren Tücken und all der Wärme, die immer wieder für alles entschädigte.

„Ich bin nicht gut für dich.“

Vielleicht würdest du die Tür mit kalter Miene öffnen, ich würde mich winzig fühlen und kapieren, dass du es ernst gemeint hast. Vielleicht würdest du auch ein bisschen schmunzeln, über mein Gekeuche und die windzerzausten Haare; vielleicht würde ich um ein Glas Wasser bitten und schnell wieder abhauen. Vielleicht wäre es seltsam und fremd. Und vielleicht, ganz vielleicht nur, würde es alles ändern, wenn wir uns wiedersehen würden, so mit Haut und Haar und unsicherem Lächeln. Ich würde herumwitzeln und du würdest darauf anspringen, und die virtuellen Wortwechsel kämen uns völlig surreal vor, weil sie nicht zählen, nie gezählt haben.

„Du bist nicht mehr die von früher.“

Festklammern an längst verwesten Erinnerungen, wie ein blindes Kind; darin bin ich gut gewesen. Der Gestank hat mich nie gestört, den habe ich ignoriert; jetzt beißt er mir in die Nase, hat zugebissen. Jetzt lasse ich los. Somehow relieved, because your happiness is no longer one of my concerns.

„Lass' es jetzt darauf beruhen. Bitte.“

Du hast mir die Tür nicht geöffnet, das war deutlich genug.

Ich suche keine Entschuldigungen mehr für dein rohes, verletzendes Verhalten; es ist mir jetzt gleichgültig, was dahinter steckt. Ob es Angst ist, Angst vor Wahrheit, gequälte Seelenpein oder selbstzerstörerischer Drang – Ich lasse dich jetzt allein damit. Ich habe mich dir oft genug angeboten, dargeboten, preisgegeben, mich klein gemacht. Das verdienst du nicht, das verdient niemand.

Der Hund bellte sich heiser, überschlug sich fast; im Haus war ansonsten keine Regung auszumachen. Und so ging ich, etwas von „Stolz“ murmelnd, zu meinem Rad und ließ dich

Und den bellenden Hund
Und die Dunkelheit

Hinter mir.

2 comments:

  1. "ein Mensch kann das nicht sein. Konstant."
    jajajaja!

    Aber es ist doch so schwierig. Entscheidungen treffen oder - wann weiß ich, wann konsequent entschieden werden muss?

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  2. "How do you know / When to let go? / Where does the good go? / Where does the good go?"

    Um es mal mit Tegan-and-Sara's Worten zu sagen.

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