21/04/2011

tired eyes drift across the shore

Wir sitzen auf der Treppe, ungemütlich, um uns herum tropft es, meine Kippe brennt ungleichmäßig, raucht in Fetzen.

Er redet, erzählt irgendwas in mein linkes Ohr, und dann kippt mein Gehirn die Worte wieder nach draußen. Ein paar Meter entfernt steht das Mädchen mit den müden Augen, tauscht Worte mit einer Freundin, dann sehen sie auf einmal beide zu mir her, wie ich da auf der Treppe sitze und sie anstarre, und ich lehne mich schnell wieder zurück.

"Mit L. die erste Zigarette geraucht. Scheu umhergeschlichen, nicht getraut, danach zu fragen, und dann ihr hinterher gelaufen, die Stufen hinunter, aus dem Haus.

Zum Marktplatz, ich erinnere mich nicht mehr an die genaue Tageszeit, später Nachmittag vielleicht, oder früher Abend, im Sommer ist es ja ohnehin lange hell; ich nahm die Zigarette von ihr und zog vorsichtig daran. Dass ich den Rauch nur im Mund hätte, beschrieb ich ihr, und sie versuchte mir zu erklären, wie man einen Lungenzug nimmt, und ich hustete.

Wir lachten. Es schmeckte scheußlich, und wir betrachteten angewidert den gelb verfärbten Filter.

„Wenn man sich das mal überlegt“, sagte L., „Was man da eigentlich einatmet“, und ich nickte rasch. Nachdenklich, leicht angeduselt, „Kalte Hände kriegt man“, sagte sie noch, „Vom Nikotin“, und ich prüfte das nach, aber meine Hände waren nicht kalt, nur leicht schwitzig. Es kribbelte überall, bei der Vorstellung, was sich jetzt in meinem Blut, meinem Körper befand."


Dann regnet es und wir laufen mitten durch die Stadt, über nass glänzendes Kopfsteinpflaster, Hand in Hand, ich weiß nicht mehr, ob er zuerst nach meiner gegriffen hat; es ist gut so. Das Klackern meiner Schuhe begleitet uns, und ein paar müde Blicke bleiben an uns hängen, was die wohl denken?

Es ist mir gleichgültig; gefällt mir sogar, wenn sie uns für ein Pärchen halten, irgendein Pärchen, das von einer Party nach Hause läuft.

Vielleicht sind wir das ja, und wissen es nur nicht.

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