13/04/2011

from this time, unchained

Diesen Moment mag ich, wenn der Himmel noch nicht ganz schwarz ist,
aber dunkelblau, sehr dunkel, kurz vor der völligen Verdunklung,
sozusagen, und die Fenster gelb, die Straßen ruhig.

Pärchen schlendern händchenhaltend nach Hause, vielleicht sitzt irgendwo jemand genau wie ich auf einem Fensterbrett und lächelt gedankenverloren, versonnen auf sie herab. Wie sie da laufen; ich male mir gern aus, wie sie in ihrem gemeinsamen Zuhause ankommen.

Vielleicht stellen sie zusammen das Abendbrot auf den Tisch, oder lesen im heruntergedimmten Licht ein paar Seiten in ihren Nachtlektüren. Vielleicht schalten sie auch den Fernseher ein und schauen wortlos ins Geflimmer, bis einer von beiden das Licht löscht, das Zeichen zum Aufbruch gibt.

Vielleicht geht es ihnen gut damit, die Gegenwart des Anderen zu spüren, vielleicht sind alle positiven Gefühle auch längst abgestorben, regen sich kaum noch. Ich weiß es nicht, aber ich würde es gern erfahren; ich wüsste gern so viel über dieses Leben anderer Menschen, denn es gibt so viele und man weiß so wenig darüber.

So viele verschiedene Arten, zu existieren; ob mit Moral oder ohne, mit einem Traum oder ohne Ziel, mit viel wärmender Vergangenheit oder nur kalter Zukunft im Gepäck.

2 comments:

  1. Hallo du :)
    Ich bin einer, dieser anderen Menschen, ein Mädchen, das deine Texte sehr bewundert und vielleicht im selben Moment auf der Fensterbank saß. Einen schönen Abend dir.
    Liebe Grüße, ein unbekanntes Mädchen von der Welt da draußen! :)

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  2. vielen dank fuers zuwinken. gruesse zurueck :)

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