18/09/2011

go on and fool me

Have you ever smelled the smell of a not-arriving train?
It smells like something in between almost-leaving and never-nearing.

Brauner Roststaub, was ich noch nie getan habe: Mich auf Schienen gesetzt, also, will ich das?, ich tue es einfach. Ich sitze da und atme den Geruch ein, nach verbranntem Gummi, denke ich, aber das passt nicht. Hier ist nur Holz, und Metall, und die Steine, dazwischen. Ich nehme einen in die Hand und fühle ihn, und fühle das Kind in mir. Anfassen. Fühlen, um zu fühlen. Da sein, um einfach da zu sein; nicht:

Um da gewesen zu sein. Um gesehen zu werden. Um davon erzählen zu können.

Ich betaste alles, beinahe blind, ich fühle weiches, splittrig bröckelndes Holz. Spüre hartkantigen Stein, und ich laufe weiter und kann nicht mehr, schleppe mich, dann keinen Schritt weiter, ich keuche. Ich reiße Beeren von den Ästen, ein ganzes Büschel; lasse den Arm entlangratschen am Zaun. Fast erstaunt, wie sehr es schmerzt, und doch wie kurz; nie hält der Schmerz lang genug an um ihn wirklich auskosten zu können.

Und wieder später, ich laufe wieder, keuche kaum; da stehen ein paar, und als ich vorbeilaufe, schaut die eine mich an, die große Blonde, und sie schaut und ich schenke ihr ein halb verkniffenes Lächeln. Ihr Blick ruht auf mir, und wieder einmal wechsle ich die Perspektive. Sehe mich, aus ihrer Sicht, sehe mich da laufen, ruhig und gleichmäßig schwungvoll, und weiß doch zugleich, dass es bloß Fassade ist, aber das weiß sie ja nicht. Das weiß sie nicht, und also laufe ich weiter, mit diesen schwebenden Schritten, und glaube es mir für einen Moment fast selbst.

Dass ich das bin: Sicher und gefestigt. Dass es nichts gibt, was mich aus der Bahn werfen, aus der Ruhe bringen kann; warum auch, was sollte das sein? Dass ich ein Ziel habe. Dass ich den Schimmer einer Ahnung besitze.

- Ich habe versucht, auf mich zu lauschen, auf mich selbst, auf das von Innen. Aber es antwortet nur zaghaft. Und ich schüttle den Kopf über das, was es sagt. Das ist kein Ziel, das sind Kinderträume.

Ich laufe den Sex und die Sehnsucht aus mir heraus, bis ich kotze, bis ich blute, und noch ein Stück weiter.

06/09/2011

beneath the stains of time

Eine Veranstaltung hatte stattgefunden, auf einem großen Gelände lief ich umher und begutachtete alles.

Durch ein altertümliches Haus lief ich, staunend, die Tür zu einem Zimmer öffnend und zurückschreckend denn, da waren Leute. Eine Versammlung der Darsteller, sie lächelten freundlich, ich entschuldigte mich kindlich-erschrocken und durchstreifte weiter das Haus.

Alte Bücher und Schmuck und Gegenstände lagen da, staubige und merkwürdig zauberhafte Dinge. Krüge. Fensterbank. Getrocknete Blumen, gläserne Behälter.

Dann mussten wir gehen, und ich lief noch einmal schnell zum Zimmer der Konferenz zurück. Die Leute schauten erstaunt auf, als sie mich erneut erblickten; ich steckte den Kopf ins Zimmer und fragte: „Was macht Menschen schön?“

Und sie gaben mehrere Antworten, durcheinander und blass, und ich sagte: „Die Zeit. Ich finde, die Zeit macht Menschen schön.“

Dann schloss ich die Tür, ehe die Leute im Raum etwas erwidern konnten.