27/02/2012

with one dream on repeat

Liebe A.,

dies ist der letzte Brief, den ich dir schreiben werde. Und ich schreibe schon diesen gar nicht mehr an dich, sondern vielmehr für mich; ganz einfach, um damit abzuschließen. Um wirklich, wirklich und endlich damit abzuschließen.

Dabei gibt es gar nicht viel zu sagen. Was zählt ist, wie es ausging. Wie ein paar kurze, rasch gewechselte Worte gereicht haben, unsere Vergangenheit, die Beziehung, die wir zueinander hatten, in ein völlig anderes Licht zu tauchen. In das Licht, das ich zu vermeiden suchte; in dieses grelle, unfreundliche. Keine Beschönigung, kein dämmerndes Umschmeicheln. Heller noch als Tageslicht; mehr diesem in den Umkleidekabinen ähnlich, und man schaut in den Spiegel und möchte sich die Haare raufen, wenn sie sich dann nicht nur noch weiter vom Ideal entfernen würden.

Deine Worte also, und dieses Licht. Und auf einmal sah ich klar. Ich sah meine Wunden, und wie sie erneut aufrissen, ein letztes Mal. Ich sah, wie du gezielt, ganz gezielt auf diese meine Wunden ansetztest, um ohne Rücksicht zuzustoßen.

Ich sah dir zu, A., und dann wandte ich mich ab.

16/02/2012

a little honey for my soul

Stummer Tumult in meinem Kopf. Chaos, das Fäden zieht.

Überhastet ins Bad gestürmt; grob das Gesicht mit Wasser benetzt, den Mund aufgeschäumt, durchs Haar gefahren. Aus der Haut gefahren, aus dem Kleid, der Unterwäsche; Rauch und dumpfe Kellermusik wabern über dem Kleiderhaufen. Ins Bett gekrochen und nach draußen gelauscht; Schritte im Treppenhaus. Eine Tür schleift über Holzboden und wird ins Schloss gedrückt. Ich lausche, und denke, dass sie nicht wiederkommen wird.

Ich denke, sie wird in ihrem eigenen Bett schlafen wollen, und das ist in Ordnung so, natürlich ist es das.

Als sie die Tür öffnet, hebe ich schläfrig den Kopf. Sie sagt irgendwas, und kriecht zu mir unter die Decke. Sie zittert; es ist kalt gewesen, draußen, im Flur, und ich spüre den Impuls, sie in den Arm zu nehmen, sie zu beruhigen, zu wärmen. Ich schmiege mich an sie, um ihr von meiner Wärme abzugeben; sie zieht die Luft durch die Zähne hindurch beim Atmen, und dabei entsteht dieses zischelnde, zittrige Geräusch.

Ich ziehe sie an mich. Ich atme ruhig, betont ruhig, und warte darauf, dass mein Rhythmus sich auf sie überträgt, dass sie ihn wahrnimmt und sich daran festhalten kann. Ich halte ihre Hand. Ihre Finger sind ganz dünn, und klein, und kalt; ich breche ihre Faust auf und flechte unsere Finger ineinander.

Ich bin da, denke ich, und denke doch einfach nur nichts. Als ich mit meinem Mund nach ihrem dränge, spüre ich sie zögern. Ihre Lippen geben meinen nach. Sie ist weich und warm.

Eng umschlungen, zu einem Wesen verschmolzen, schlafen wir ein.