30/09/2012

walking contradictions

It's like talking to a very close friend, but better. 
It's like playing poker with someone whose face you cannot see. 
To write is to free the monsters.

Schreiben ist Losboxen von allem, was sich an mich gehängt hat und Fäden zieht. Schreiben ist Fass Mich Nicht An, und Endlich Für Mich Sein. Die einzige Person, die mir das verweigern kann, bin ich selbst; und das habe ich lang genug getan. Schreiben kann mich nicht fesseln, kann mich niemals in Ketten legen; es ist alles, was ich verneine, und genau deshalb ein Teil von mir. Es ruft die größten Schatten aus mir heraus, die grausamsten Gestalten aus den hintersten Winkeln; und dafür danke ich ihm. Ich liebe es dafür, dass es mich hässlich und schön zugleich macht, dass es mich mein Selbst vergessen lässt, und zur gleichen Zeit immer dahin zurückführt. 

Nie bin ich mehr ich selbst als im Moment des Schreibens.

21/09/2012

purring for high definition

"Geborgenheit", sage ich irgendwann.

"Hat auch viel mit Glücklichsein zu tun." Auf dem Bildschirm meines Laptops bewegt sich ihr Kopf bestätigend auf und ab. Die Pixel lassen zu wünschen übrig; ich betrachte das kleine Bild, das bin ich, ich lächle. 

"Bei wem fühlst du dich denn geborgen?", fragt sie. Mein Blick wandert wieder zu ihr zurück; ihre Augen schauen fragend, ihr Blick ist warm, und müde. Ich nenne ein paar Namen, ein paar wenige; dann verstumme ich. Sie hat ihren Kopf aufs Kissen gelegt, und eine Weile schauen wir bloß. 

Dann tippe ich ein paar Worte, und drücke die Enter-Taste, mit Nachdruck. Das ist wie Flüstern, denke ich; wie ein heimliches Flüstern, obwohl niemand im Raum ist, aber es soll doch keiner hören. 

Sie strahlt.  

14/09/2012

all your fumble words

"Und dann hab ich mich eine Woche lang nicht gespürt", sagt sie und flicht ihre Finger in meine. Mir ist warm und schläfrig zumute. 

"Wie meinst du das", murmle ich, "Dich nicht gespürt?" 

Sie überlegt kurz. "Das ist, als sei man irgendwie betäubt, irgendwie gar nicht da. Ich hab das erst hinterher gemerkt, als es vorbei war. Ist ziemlich krass gewesen." Ihr Daumen streichelt über mein Handgelenk. "Wegen so was fangen Leute an, sich zu ritzen. Oder sich den Finger in den Hals zu stecken. Weil sie die Realität wieder spüren wollen. Es gibt nur zwei Wege, die aus dieser Unwirklichkeit raus führen: Schmerz, und Sex."

Ich liege neben ihr und bin auf einmal sehr wach. 

Du weißt gar nicht, wie gut ich das nachvollziehen kann, denke ich. Du weißt gar nicht, wie wenig ich gerade da bin, wie viel ich dir gern geben würde und nicht geben kann. Du gibst dich mit einem Schatten zufrieden; das ist es, was du tust. 

Ich bin nicht wirklich hier. Ich weiß nicht, wer das ist, der da neben dir im Bett liegt, dir bereitwillig einen Mund bietet, einen Körper, und nicht mehr. Leer bin ich, und meine Hülle wandelt unbeirrt durch Straßen, durch Betten und Köpfe und hinterlässt Spuren, die ich nicht verstehe; Spuren wie die Kleidungsstücke, aus denen man sich nach trunkener Nacht geschält hat und die man völlig gedankenlos auf den Fußboden fallen ließ, und die man am nächsten Morgen betrachtet mit nichts als einer dunklen Ahnung, wie sie dahin gekommen sein könnten, wo sie eben nun verstreut liegen.

08/09/2012

knocking at my windows

A friend of mine is in the habit of telling me those kind of truths you don't want to hear.

Everybody is replaceable,” she says, looking at me firmly. “We all are, but nobody wants to hear about it. Nobody wants it to be true.” 

I stare back at her and catch myself shaking my head vehemently. I stop shaking it. “But, … It doesn't feel this way. It doesn't feel like everybody is replaceable,
 I say.

She nods, somehow lenient. “I know. But everybody is. There are millions and millions of people. You meet some of them, and some of them you don't. You become intimate with some of them, because of these factors we were talking about... Like, nearness.”

And similarity, I say. “Attraction.”

Yeah, right. And you can have that with more than just one person. You could have the exact same amount of closeness, and feeling happy and understood, with thousands of other people. Those you know now you met by chance, and you can meet others accidentally.”

She spreads her arms. “It's just a big raffle.”

I look at her, feeling the words sink in. I can't help but see the logic, and I can't help but feel absolutely horrified by it.

She leans back in her chair. “I find this incredibly comforting.”