17/02/2016

blue skies from pain

Ob sich die Arbeit nicht von allein schreibt; manchmal glaube ich, das ist tatsächlich der Hintergedanke, die Hoffnung.

Dass sich alle Wörter in meinem Kopf ganz automatisch aneinander fügen, und dann unsichtbar aufs Papier gespuckt werden – von ganz allein, natürlich. Warum könnte ich sonst wieder und wieder andere Beschäftigungen finden, anderes tun, das Wichtige wegschieben, wie eine Kehrschaufel einen Berg Schmutz wegschiebt, und es sammelt und sammelt sich, aber wandelt sich nicht in Gold. Schmutzberge in Gold verwandeln; schweifende Gedanken führen nicht zum Ziel, stattdessen immer wieder daran vorbei, wie Scheibenwischer, wie Leuchtturm-Leuchtstreifen, wandernd, ziellos mit Bestimmtheit, ein schweifendes, rastloses Streifen, und die Zeit zieht zusätzlich vorbei, und du sitzt da, bis du ganz durchsichtig bist, durchsichtig und kaum mehr als ein blässliches Wabern. 

Grässliches Labern; du liest Halbsätze im Halbschlaf und klickst dich durch ganz Universen, ohne, dass etwas davon in dir zurückbleibt. Wann hast du zuletzt laut gelacht?, laut gedacht: dass doch nichts über ein bisschen Freizeit geht. Frei, zu zeiten, zu zelten, große Zeiten zu erleben und mitzumischen, aufzutischen, aufzuheitern; Entspanntes zwischen all dem Ziehen und Zerren. Eine Lücke im Gewühl, eine Brise auf schweißbenetzter Stirn, aber wer arbeitet denn heute noch so, dass ihm der Schweiß von den Beinen rinnt; das macht man doch – eben – in seiner Freizeit. Schweiß produzieren. Leise große Schritte. 

Aus deiner Mitte schält sich etwas heraus wie ein Obst, wie ein verpupptes Tier, es schält sich, fällt. Ein Klumpen Haut bleibt zurück, ein Klumpen Haut bleibt übrig. Das bist du.

08/02/2016

like I'm not made of stone

While you fuck me, snatches from last night's dream flare up, they flicker, then they're gone.  
 
Wenn du gehst, nimmst du nichts mit von mir; meine Gedanken hängen dir nicht nach, vielmehr bleibt etwas von deinen an mir kleben. Kleine Gewissheiten deiner Gegenwart, deiner Existenz; Haut, Mund, Lippen; der weiche Ausdruck in deinem Gesicht; wie du mich an dich ziehst; wie ich vorsichtig dein Gesicht studiere, um nach Veränderung zu suchen, oder nach Kälte, aber nicht fündig werde, und seufzend vergrabe ich meinen Kopf an deiner Schulter und du freust dich, und ich freue mich; wir sind zwei warme Wesen, zwei warme Wesen, die sich gern noch näher wären jetzt, aber es sind Leute in der Küche, es sind noch andere im Raum, deshalb nur Haut zeigen, wo Haut erlaubt ist, und meine Hand greift sich dein Shirt, und du greifst dir mein Haar.