21/08/2009

movin talkin walkin breathin

Von der glatten, frisch geteerten Straße, auf der ich langsam, suchend, mit meinem Fahrrad entlang rollte, ging eine angenehm schläfrige Wärme aus. Laternen erhellten die Nacht nur spärlich, vereinzelte Lichtpfützen in wolkenverhangener Dunkelheit, und als ich auf gut Glück in einen der Hauseingänge einbog, war mir,
als habe mich jemand für eine Rolle in seinem Film ausgesucht,
die ich weder hatte spielen wollen noch verstand.

Die Namen auf den Klingeln, kaum zu entziffern, schienen allesamt fremd; wie hieß er noch gleich mit Nachnamen? Die Schildchen an den Briefkästen waren ordentlicher beschriftet worden; während ich mein Fahrrad an die Mauer lehnte und abschloss, drangen Stimmen und gedämpftes Gelächter an mein Ohr. Ja, ich war richtig, ich erkannte seine Stimme, und die von F. und S.; den Kopf in den Nacken gelegt, erahnte ich, weit über mir, das Küchenfenster und einen Stern, der mir hinter einem dünnen Wolkenfetzen zublitzte.

Die Klingel gedrückt, beim Summen des Türöffners leise gelächelt, dann das Treppenhaus, seltsam vertraut-unvertraut. Seine Stimme, gerufen, "Wer ist da?" – Wer wohl, "Ich!", und nicht den Ausdruck auf seinem Gesicht sehen können, ob Freude oder Unwohlsein oder Verwirrung. In die Wohnung, in die Küche treten und damit ins Lachen, in die Vertrautheit.

Der Abend verflog während die Gesprächsthemen die Farbe wechselten, hin und wieder brachen wir minutenlang in Gelächter aus; diese Art von Lachen, bis der Bauch schmerzt und dennoch. Hin und wieder ertappte ich mich dabei, wie ich ihn und S. beobachtete, wie die Übelkeit in mir hochstieg, wenn sie miteinander redeten, in diesem Ton, diesem anzüglich-überheblichen Tonfall, neckend, vielleicht; ich setzte mich auf den Balkon. Atmete tiefe Züge Nachtluft und Grillengezirp, schloss die Augen.

3 comments:

  1. ich finde es besser, als in letzter Zeit. Auch mit dem, dass du gesagt hast, die Worte wollen raus, aber schaffen es nicht.
    Es ist stockend. Das gefällt mir. Aber das Ende ist mir zu genau. Die Augen zu schließen gefällt mir noch weniger, als sie zu öffnen.

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  2. augen schliessen um sich dinge besser vorstellen/ausmalen zu koennen, was ist dagegen einzuwenden?

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