21/02/2009

praying for love in a lap dance

Die Minuten verfliegen, ein eiliger Nordwind treibt sie vor sich her wie eine Herde unverständiger Schafe, lässt sie durcheinander purzeln und duldet doch keinen Aufschub. Wie viel kann in einer einzigen Minute geschehen – und wie wenig.

Manchmal drängt es mich danach, Dinge zu erleben; scheinbare Ereignisse, schale Momente, herausgeputzt und zum Glänzen gebracht. Nur kurz. Nur kurz, denn das Leben hastet weiter und die Augenblicke ziehen an dir vorbei, winken dir rasch zu und entschwinden dann am Horizont. Dich zurücklassend. Betrachtend, wehmütig. Sie verblassen, fallen vom Bald ins Damals und du fragst dich, wo, wo waren sie dazwischen? Gelächter verhallt, Blicke vergilben, und du sitzt irgendwo in der Stille, mit ausgestrecktem Arm, und greifst nach Schatten während dir das Jetzt durch die Finger fließt. Ungehindert fließt es, auch dann noch, wenn du die Hände zu Fäusten ballst; auch dann, wenn du die Augen zukneifst und dich in die Arme der Finsternis wirfst.
Es rinnt dir unaufhörlich durch die Finger, das Leben.

2 comments:

  1. diplompsychopat23/02/2009, 15:51

    Immer schneller zieht es vorbei, du blinzelst mit den Augen und dann bist du tot. Zu schnell, um stehen zu bleiben und es sich anzusehen.
    Schön...

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  2. Merkwürdig dabei scheint mir, dass die guten Momente sehr schnell dahin sind, währen die schlechten meistens von lang anhaltender Dauer sind. Aber gut, hat vielleicht alles doch ein bisschen mit Herrn Einstein zu tun...
    Sei lieb gegrüßt und Jouir la vie
    Kvelli

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