got a cravin love for blazin speed

Und dann dem eigenen Schatten beim Nachhauselaufen zugesehen; eine gesichtslose Gestalt mit ausgefransten Umrissen,
die Haare zusammengebunden, deshalb knabenhaft;
die Hände in den Hosentaschen vergraben, als wappne man sich.
Als laufe man etwas / jemandem entgegen, als habe man ein Ziel
– Und dabei läuft man nur nach Hause.

Betont gelassen fläze ich mich auf einen Stuhl, sehe aus dem Augenwinkel: sie läuft auf S. zu, da ist ein Platz frei, und dann – schwenkt sie ab. Setzt sich zu mir, ich schenke ihr ein Lächeln und hoffe, dass sie die Freude nicht herausschmecken kann. (Oder nur ein bisschen. Ein bisschen wäre in Ordnung.) Sie streift wie beiläufig meinen Arm, ich atme den Geruch ein, der von ihr ausgeht. Irgendwoher kenne ich diesen Geruch, sie riecht nach Sport und einer kalten Dusche, frühmorgens vielleicht; mir wird warm, lege den Pullover über die Stuhllehne, komme mir nicht nackt, aber betrachtet vor. Wenige Zeit später muss ich lächeln, auch sie streift ihren Pullover ab, den Seitenblick habe ich mir bestimmt eingebildet; jetzt sitzen wir Haut an Haut. Sozusagen. Nur wenig Luft dazwischen, sie liest einen Zettel, hält ihn von mir weg, lachend, ich greife danach, berühre sie berühre sie berühre sie.

Wie egal mir der Inhalt des Zettels ist, wenn sie das wüsste.
(Sie lacht, und wieder kann ich keinen klaren Gedanken fassen.)

drive until you lose the road

Kann man jemanden küssen, den man nicht liebt – Ja.
Wie lange? Wie lange, bis man ihn liebt?
Kann man nur einen Körper lieben; nur das Gefühl?
Und wo ist überhaupt die Grenze zwischen "mögen" und "lieben"?

Ich durchschaue mich soweit, dass ich weiß, meine Gefühle gelten nicht der jeweiligen Person, der ich sie zuordne, sondern existieren nur um der Gefühle Willen.

Um etwas zu spüren, verstehst du - ?

Adrenalinstöße. Zeitlupenmomente. Wenn sie mir zulächelt und ich schlage verlegen die Augen nieder, hebe den Blick dann doch, rasch, und erwidere das Lächeln, und ihres wird etwas breiter, weil sie sich freut. Und sie dann betrachten, dieses Gesicht, wie ihre Haare fallen als sie etwas auf ihren Block kritzelt, das ich nicht erkennen kann. Und denken, wie kann man so gut aussehen? Dass sich nicht jeder Mensch, der sie einmal gesehen hat, sofort in sie verliebt, ist unverständlich, unglaublich, unfassbar.

Weil es so leicht ist, sie zu lieben.

hungry hands turning soft and old

Wenn man zum ersten Mal aus der Tür tritt und den Herbst riecht, will man es noch nicht wahrhaben. Der Geruch ist unverkennbar,
die Luft klar und kühler als sonst, aber man weigert sich, die Verbindung herzustellen, obwohl man es längst gedacht hat.
Es wird Herbst. Es wird kalt. Der Sommer ist bald vorbei.

Verschiedene Tische, sie in meinem Rücken, und ich überlegte, den Platz zu wechseln, unterließ es jedoch, denn ich unterhielt mich gut an meinem Tisch. Irgendwann setzte sie sich mir dann gegenüber, und als sie den Rauch ihres Zigarillos langsam, wie in Zeitlupe ihren leicht geöffneten Lippen entweichen ließ, konnte ich nicht anders, als hinzusehen. Wie hypnotisiert. Sie lachte, als sie es bemerkte, und ich lachte mit ihr, hilflos, amüsiert über mich selbst, über sie, die so lasziv rauchte.

Und dann laufen wir durch die Stadt, durchlaufen trostlose Betonlandschaft ohne die Hässlichkeit zu bemerken, weil wir es schon so sehr gewöhnt sind; und sie läuft neben mir. Ständig, ich wechsle das Schritttempo, wechsle die Gesprächspartner, doch sie läuft neben mir. Ich mag das, und will es mir nicht eingestehen.

Auf der Rückfahrt sehe ich zu ihr hin, suchend; sie gibt keine Antwort. Schaut bloß aus dem Fenster, den vorbeirollenden Autos zu oder vielleicht in die Landschaft oder den Himmel, und schließlich lehne ich den Kopf zurück und versuche, zu existieren, auch wenn niemand zuschaut. Gerade dann, denke ich trotzig, und will trotzdem, dass sie hersieht.

music is my beach house

nur plätschern
und jauchzen
und stimmen
   verschwimmen

      gekrauste näschen
      dunkle brille, verwegen
      ein paar spritzer sonne
         für jeden

keck ein handtuch
umgeschlungen
selbst das geschimpfte
   klingt gesungen

      in viel zu großen badelatschen
      eisperlen in den mund sich schütten
      die klebrigkeit ist wonne pur
      es fehlt zur vollkomm’nen seligkeit nur
            dass
      gummitiere erwachen
      (bringen kinder zum lachen)

und gleißend brennt die sonne nieder
bis zur nächsten wolke
und dann wieder.

movin talkin walkin breathin

Von der glatten, frisch geteerten Straße, auf der ich langsam, suchend, mit meinem Fahrrad entlang rollte, ging eine angenehm schläfrige Wärme aus. Laternen erhellten die Nacht nur spärlich, vereinzelte Lichtpfützen in wolkenverhangener Dunkelheit, und als ich auf gut Glück in einen der Hauseingänge einbog, war mir,
als habe mich jemand für eine Rolle in seinem Film ausgesucht,
die ich weder hatte spielen wollen noch verstand.

Die Namen auf den Klingeln, kaum zu entziffern, schienen allesamt fremd; wie hieß er noch gleich mit Nachnamen? Die Schildchen an den Briefkästen waren ordentlicher beschriftet worden; während ich mein Fahrrad an die Mauer lehnte und abschloss, drangen Stimmen und gedämpftes Gelächter an mein Ohr. Ja, ich war richtig, ich erkannte seine Stimme, und die von F. und S.; den Kopf in den Nacken gelegt, erahnte ich, weit über mir, das Küchenfenster und einen Stern, der mir hinter einem dünnen Wolkenfetzen zublitzte.

Die Klingel gedrückt, beim Summen des Türöffners leise gelächelt, dann das Treppenhaus, seltsam vertraut-unvertraut. Seine Stimme, gerufen, "Wer ist da?" – Wer wohl, "Ich!", und nicht den Ausdruck auf seinem Gesicht sehen können, ob Freude oder Unwohlsein oder Verwirrung. In die Wohnung, in die Küche treten und damit ins Lachen, in die Vertrautheit.

Der Abend verflog während die Gesprächsthemen die Farbe wechselten, hin und wieder brachen wir minutenlang in Gelächter aus; diese Art von Lachen, bis der Bauch schmerzt und dennoch. Hin und wieder ertappte ich mich dabei, wie ich ihn und S. beobachtete, wie die Übelkeit in mir hochstieg, wenn sie miteinander redeten, in diesem Ton, diesem anzüglich-überheblichen Tonfall, neckend, vielleicht; ich setzte mich auf den Balkon. Atmete tiefe Züge Nachtluft und Grillengezirp, schloss die Augen.

beneath the milky twilight

happened three months ago.

A. (19:37):
i was dreamin about us hiding at the tree & kissin you

me. ‎(19:43):
oh, that's ..

me. ‎(19:45):
well anyways, I hope it was good and I'm a good kisser in your dreams :-D

A. (19:46):
well you got me wrong. i meant it in an equivocating way.. "dreaming about" should be taken as "wish it has happened"

me. ‎(19:47):
oh.

me. ‎(19:47):
okay I'm cool with it


Vielleicht die größte Lüge, die ich je von mir gegeben habe.
Wer weiß.

if it's true what they say

Im Moment des Schreibens verliere ich mich in den Worten,
vergesse das Ursächliche,
und es schwebt nur noch wie eine leise Ahnung
über mir.

Die Wärme der Sonne wird von Minute zu Minute weniger intensiv, schwächt immer mehr ab, doch die Häuser haben viel davon gespeichert; man spürt das, wenn man nah an einer Hauswand entlang läuft, beinahe visuell wahrnehmbar ist diese Wärme dann, die von den Backsteinwänden ausgeht.
Die Blätter des wilden Weines, der an einer dieser Hauswände empor rankt, werfen verwischte Schatten auf ihren ungleichmäßig verputzten Untergrund. Als habe jemand mit Tusche und Pinsel gespielt, dahingemalt, leicht und elegant, wie japanische Schriftzeichen, und ebenso verwischt.