Und auf einmal spüre ich, wie es weich wird in mir, weich und zärtlich. Ein Augenpaar, das mir zwischen all den leeren Blicke entgegenleuchtet, hat mich aufgetaut. Einfach so. Irgendwas in mir, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich es verhärtet, dass ich es eingefroren hatte, schmolz nach und nach.
Ich meine - Man kann nicht mit vielen Leuten so tanzen. Es gibt die, die sich kaum vom Platz bewegen, nur im Rhythmus leicht wippen oder immer dieselbe Bewegung wiederholen, immer wieder, bis es lachhaft scheint, aber auf eine trostlose Weise. Ich denke dann, nein, ich glaube zu wissen, dass in diesen Menschen irgendetwas kaputt ist, oder vielleicht hat man ihnen nur nie gezeigt, wie sie es machen können, wie es sein kann.
Es gibt auch die, die ihren Körper elegant bewegen, krampfhaft graziös, aber man spürt die Musik nicht, wenn man ihnen zuschaut; sie sind mit den Gedanken woanders. Sie wollen gut aussehen. Sie sind fixiert darauf.
Und es gibt eben sie. Sie und ich und die Musik, die Musik ist unser Trittbrett, unsere Welle, wir wirbeln in buntem Licht und die Gedanken im Kopf sind endlich, endlich weggefegt. Ich bestehe aus puren Emotionen. Ich bestelle zwei Tequila, die im Hals brennen und alles noch enger wirken lassen, sie fragt mich, ob das mein Freund ist. Wir lachen. Und ich werfe mich wieder der Musik entgegen, ihr und der Musik.
Irgendwann - Ich ziehe sie an mich, schützend, als die Betrunkenen zu schubsen beginnen, und es ist ein kleines Bisschen zu nah, aber sie merkt es nicht. "Because the night belongs to lovers", grölen wir verschwitzt als das Licht bereits angeschaltet wird, und sie greift nach meinen Händen und wir tanzen zusammen. Zuneigung erfüllt mich, ganz gleich, wie viel sie versteht von dem, was hier passiert ist, ganz gleich, was sie fühlt.
Ich fühle das hier, und es fühlt sich gut an. Die Schwermut überfällt mich erst später.
out of place and underdressed
the thin line between belief and delusion
on my habit of crawling myself together like an embryo
to get to sleep.
But I took it seriously.
I thought about it – Could it be that my sleeping habit really stopped me from growing? Perhaps it had a huge effect on my bones or something. Totally made sense. Of course it had!
And I stretched out.
Every night, from that night on, I stretched my full small self and tried to sleep, laying completely straight and uncomfortable. Dozing off, I thought about hanging weights on my feet while holding myself somewhere high, on some monkey bars maybe, so my bones would be forced to grow. But this remained a dream.
I did grow then, slowly and not much, but I did. Maybe I would have grown bigger if I had realized that last idea.
peering through open windows
Ich atme ein, den Geruch von nasser Erde,
das Geräusch des Tröpfelns und Prasselns; alles.
Man muss nur hin und wieder einatmen.
Luft holen. Weiterlaufen.
Leben.
(In dem Wort steckt so viel.)
the thief he kindly spoke
Englisch, ob er mich auf den Mund küssen darf.
Ich schüttle den Kopf und sage, "I'm into women."
Eine Freundin von ihr winkt mir quer durch den lautgefüllten Raum zu. Ich winke ehrlich erfreut zurück, bahne mir einen Weg zu ihr, ahne schon, will aber nicht wissen. Will sie nicht sehen und will gleichzeitig nichts mehr als das. Will gesehen werden, angesehen werden, von ihr, ja, ich lebe noch, hallo. There she is. Sie lächelt flüchtig, sauer-süß, schuldbewusst? Mitleidig? Ich bin lebendig, ich bin mehr als gesund, ich lache und beachte sie nicht weiter. Äußerlich.
Innerlich aufgewühlt, aber nicht so sehr, nicht wie sonst. Das Nahsein und Anschmiegen und die Küsse, das alles ist so weit weg, auf einmal. Nicht weit genug weg, um ihre Anwesenheit auszublenden, aber weiter als sonst. So weit, dass es mich angriffslustig macht; ich will ihr zeigen, dass es mir gut geht, ohne sie, ohne all das, und dass ich begehrt werde, soll sie sehen. Dass ich gewachsen bin, und nicht mehr die Kleine, die sie so verletzt hat. Jemand tanzt mich an, er tanzt gut, es macht Spaß, macht mir wirklich, wirklich Spaß, und mein Lachen verdoppelt sich, weil sie zusieht -
Später tanze ich neben ihr, werde auf sie geschubst, schubse aufdringliche Männerhände von mir. Sehe sie lachen. Denke, dass man vielleicht befreundet sein könnte. Spüre nichts begierig Erhitztes im Bauch, wenn sie tanzt, spüre nur Freude und Verknotetes, und dann wieder das lähmend aushöhlende Nichts, als sie geht. Nach Hause geht sie, ich wünsche beiläufig eine gute Nacht, lehne mich dann in der Toilettenkabine an die Wand und atme den Beat und will verschmelzen und nicht mehr sein müssen. Aber ich existiere weiter. Und ich verschmelze nicht.
Die Zurückgelassene zu sein, dieses Gefühl ist so vertraut, schmerzlich vertraut, und ich weiß, besser wieder Tanzfläche und Bier und Lachen. Dann verschwindet das Gefühl der Unwirklichkeit schneller.
but there's no hiding behind moulting feathers
Und es fühlt sich richtig an.
Wasser spritzt auf kreischende Kinder, Wellen, Wellen durchlaufen mich, meine Hände teilen das Wasser nicht, drängen es nur zur Seite, und der Sonne zuckend gebrochene Strahlen tanzen auf meinen Armen. Algen tanzen leise, anmutig im Dunkel; hin und wieder kitzelt eine an der Fußsohle, da kichert man unwillkürlich. Innerlich.
Ich tauche, tauche auf, jemand streicht mir das Haar aus der Stirn. Augen geöffnet und zusammengekniffen. Nackte Füße auf sengend heißem Sand. Dem Ball hinterher hechten, ich tanze mit dem Ball.
Diese Tage, an denen das Leben tanzt. Hold them close.
how long can you stand the heat
In klackernden Schuhen schwanken
Zwischen Lächerlich- und Weiblichkeit;
Blicke auf meinen Beinen.
Mit nacktgebräunten Füßen im Auto sitzen und den Schweiß sich in der Kniekehle sammeln spüren, nicht unangenehm, aber kitzlig, und noch den Geschmack von Kirsche im Mund. Und fahren, und fahren, und denken, liquid heat. Den Blick später, nass und tropfend, über keck aufgeworfene Lippen und Sommersprossen gleiten lassen und -
Ich greife nach der Kaffeetasse, halb zerstreut, halb konzentriert auf das, was der Bildschirm mir entgegenflimmert. Namen, Daten, Prozentzahlen; ich wühle mich hindurch, nein, klicke mich hindurch, sanftsauberes Klick, da und da und da, und der Kaffee wird weniger, der Kaffee wird kalt, der letzte Schluck ist immer kalt, warum eigentlich.
Kalt und süßer als die vorigen, der Zucker sammelt sich unten, dabei nehme ich nicht viel, aber zwei Löffel sind es doch, gehäufte Löffel, und dann gerührt und sich innerlich über den fehlenden Schaum mokiert, aber Hauptsache warm, Hauptsache Getränk und Tasse und das damit verbundene Gefühl von Geschäftigkeit, Emsigkeit, vielleicht, bei dem Wort denke ich sofort an eine Biene, das Wort summt.
Ich hatte ganz vergessen, wie klebrig Sommer ist.
